Obwohl in vielen Bundesländern die Sommerferien zu Ende gehen, brennt hier bei uns in Stuttgart der Planet und die Sonne sticht unerbittlich hernieder. Was für ein fetter Sommer! Ich kann es nicht anders sagen!


So viel gutes Wetter hatten wir schon lange nicht mehr …zuletzt…lass mich überlegen…vor zwei Jahren. 32-40 Grad über mehrere Wochen hinweg – der Wasserzähler für die Sprenkelanlage im Garten läuft unerbittlich und vermindert mein Vermögen auf dem Bankkonto Urgs…

 

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Grillen mit den Norddeutschen

Egal – Sommerzeit ist Grillzeit. Ich kann es nicht mehr zählen, wie oft ich diesen Sommer den Grill angeschmissen habe. Es wäre einfacher zu sagen, an welchen Tagen er nicht glühte. Die kleine Einliegerwohnung in unserem Haus war dauerbelegt mit Freunden aus Hamburg, die auch mal Sommer und Sonne genießen wollten. Man könnte unser Domizil auch gut und gerne als Naherholungsgebiet für regen gebeutelte Norddeutsche bezeichnen.

Selbstverständlich wurde die Gattung des unterkühlten Schleswig-Holsteiners oder Nordfriesen nicht ganz uneigennützig vom mir zum Grillmeister oder „Herrscher über die Glut“ ernannt. Schließlich will selbst ich keine 6 Monate bei 32 Grad an der noch heißeren Halbkugel stehen und mir den Arsch abschwitzen und zwischen Garten, Grill und Dusche permanent hin und her hechten.

 

Die Grilleinteilungen

Das Futter beim Grillen teilt sich immer in verschiedene Parts auf. Vorspeise, Hauptgang, Nachspeise – das wäre eine Variante der Kategorisierung. Für andere Feuerfreaks teilt er sich in zwei Teile: Vegetarischer Teil und Fleischteil.

Bei mir existiert die Aufteilung: Saucen – Grillgut – Beilagen oder Sidedishes.

 

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Saucen und Marinaden

Saucen und Marinade verleihen dem Grillgut den letzten Feinschliff, deshalb sind sie nicht ganz unwichtig.
Viele Grillfans vertreten die Auffassung, dass man einem Stück Fleisch bereits vor der Grillphase den nötigen Geschmack verleihen sollte.

Dies mag bei Sous-Vide-vorbreiteten Fleischstücken und vegetarischen Leckerbissen durchaus stimmen. Hier wird das Lebensmittel in einen Vakuumbeutel verpackt und mit Butter, Ölen, Kräutern oder angefertigten Marinaden versehen und in ein immer gleichbleibendem Wasserbad über mehrere Stunden auf niedriger Temperatur gegart und so für eine sehr kurze Finishing-Phase auf dem Grill vorbereitet.

Die andere Variante der Vorbereitung besteht im Marinieren von Lebensmitteln. Diese werden in einer angefertigten Sauce mehrere Stunden – meist über Nacht – eingelegt und dann „nass feucht“ auf den Grill gepackt. Bei dieser Art und Weise empfehle ich dringend die Marinaden selbst zuzubereiten und nicht den fertig marinierten Schlonz aus der Fleischtheke zu kaufen, nicht zuletzt deshalb, weil man dort nicht mehr die Farbe des Fleisches und somit seine Lebensdauer erkennt.

Die dritte Fraktion, sind die „Pur-Genießer“. Ein Fleisch oder ein Gemüse sollte so schmecken, wie es schmeckt. Nichts geht über den unverfälschten Geschmack. So gehört über ein gebratenes Stück Fleisch für diese Gruppe lediglich etwas frisch gemahlener Pfeffer.

 

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Diese drei Varianten der „Geschmacksvorbereitung“ braucht man keine Sauce hinzufügen. Das ist mit Kanonen auf Spatzen geschossen.
Für alle anderen sind Saucen ein feines, wohlschmeckendes Hilfsmittel, einem faden Lebensmittel Geschmack in alle Richtungen einzuhauchen.
Selbstredend empfehle ich auch hier, die Saucen selbst herzustellen.

 

Unter Umständen steht man für drei verschiedene Saucen einmal vier Stunden in der Küche, aber der Geschmack und das Lob der Freunde für eine selbstgemachte Sauce ist kaum in Zeitwert zu bezahlen. Bedenke, dass diese Zeit nicht nur in Gesundheit (weil wer selbst macht, weiß was drin ist), Freundschaft, Lob und Geschmack einzahlt, sondern auch für mehrere Grillparties genutzt werden kann.

 

Grillgut

Über das Grillgut selbst, welches sich für mich in die Gruppen „Fleisch“ und „Nicht-Fleisch“ einteilt, muss ich nicht viel sagen. Da findest du ausreichend Anregungen hier auf dem Blog oder anderen Blogs, die sich auf das Grillen spezialisiert haben.

Ich möchte dir nur an die Hand geben, dass es sowohl beim Gemüse als auch beim Fleisch immer auf die Qualität und die Herkunft ankommt.
Dein Essen kann nur so gut schmecken, wie deine Grundlagen sind. Sind diese hochwertig, kann fast kein Bullshit bei raus kommen.

Du kannst Scheiße noch so lang polieren – es wird niemals golden glänzen.

Du kannst aus einem hässlichen Raben nun mal keine Nachtigall machen, genauso wenig du aus einem billigen marinierten Schweinesteak, welches mit Fett und Sehnen durchzogen ist, kein hochwertiges Rinderfilet machen kannst.

Es geht in feinster Weise darum, sich nur die besten und teuersten Stücke eines Tieres oder die exotischsten Früchte und Gemüsesorten zu kaufen. Eine Hüfte kann auch wahnsinnig gut schmecken oder ich liebe zum Beispiel gut gegrillte Spareribs Es geht vielmehr und die Herkunft des Lebensmittels.

Wenn du schon einmal bei einem meiner Kochauftritte dabei warst, wird dir dieser Satz bekannt vorkommen: „Wie kann es sein, dass 2 kg mariniertes Fleisch, welches um die halbe Welt geflogen ist, im Discounter weniger kostet, als die Futterdose unserer Katze? – Irgendwas läuft das falsch“.

 

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Sidedishes

Über Saucen, Marinaden und Grillmöglichkeiten für Fleischesser und Vegetarier habe ich dieses Jahr schon genug geschrieben. Wenden wir uns den Sidedishes zu…den kleinen Appetithäppchen für zwischendurch.

Nichts verkürzt die Wartezeit auf ein Essen besser als…ein Essen. Ein kleiner Happen zwischendurch kann niemand verwehren. Mit diesen kleinen Leckerbissen kann man auch experimentieren und mal etwas ganz anderes ausprobieren. In einer Fleischesserrunde bietet sich an, etwas Abwechslung zu schaffen und hier vegetarische Zwischengänge einzustreuen. Bei mir kommt zum Beispiel ziemlich viel angeröstetes Gemüse und Käse auf den Grill.
Heute habe ich ein kleines superschnelles Rezept für ein Fingerfood für dich: BBQ-Pepper.

Die Peppers sind mit Speck umwickelt und bekommen so einen leckeren salzigen Geschmack – natürlich nichts für Vegetarier. Eine vegetarische Abwandlung habe ich noch nicht gefunden, da die Bacon-Scheibe auch den fließenden Käse im Gemüse hält und wie ein kleiner Mantel wirkt.

 

Zutaten:

  • 5 kleine Paprika, bunt
  • 1 Packung Frischkäse Geschmacksrichtung „BBQ“
  • 5 Streifen Serrano Schinken

 

Zubereitung:

  1. Paprika längs halbieren und die Samen und Häute entfernen.
  2. Paprikahälfte mit Käse füllen und dann mit einem Streifen Schinken umwickeln und mit einem Zahnstocher fixieren.
  3. Beide Seiten auf dem Grill anbraten bis Röstaromen entstehen und leicht braun sind..

 

Fertig! Lasst es Dir schmecken!

Dein Jens

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Jens

Jens

2 Comments

  1. 22. August 2017 at 12:03 — Antworten

    Wie wahr, wie wahr… ich bin immer wieder entsetzt wie viele junge Leute das billige Fleisch aus der SB Theke nehmen. Wir kaufen bei unserem Bauern „regelmäßig“ (ca. alle 6 Wochen) groß ein, wenn er wieder geschlachtet hat und frieren es ein (bis auf Innereien ist da von allem was dabei). Fleisch gibt es nicht jeden Tag und bleibt so etwas besonderes und ich weiß auf welcher Wiese die Kühe vorher standen und dass es ihnen gut ging. Leider kann ich auch verstehen, dass die, die es sich nicht leisten können beim Metzger Qualität zu kaufen lieber das billige Fleisch kaufen, um überhaupt in den Genuss von Fleisch zu kommen.

    Jetzt aber was anderes: Wieso zu Hölle sieht dein Grillgemüse so fotogen und lecker aus??? Bei mir wird immer alles schwarz oder es ist total labbrig…

    Liebe Grüße und eine schöne Woche, Kathy

    • 29. August 2017 at 11:31 — Antworten

      Hi Kathy,
      absolut die richtieg Einstellung, die du da hast.

      Das Grillgemüse mache ich immer in einer Gemüsegrillpfanne. Diese hat Löcher und ist extra für den Grill konzipiert. So verbrennt nix und es bleib schön knackig. habe ich damals glaub bei Edeka gekauft. Die haben ja immer wieder Grillutensilien im Angebot.

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