Hätte ich das mal eher gewusst.

Linkes Auge auf…konzentrier Dich…uahhh…ok.
Läuft.
Drehung rechts vorbereiten.
Erstmal Bettdecke wegschieben.
Bei drei geht’s los.
Eins, zwei…
Oh oh…was da denn los?


Das wird doch nicht etwa? Nein, ich glaube es nicht. Nein, das kann jetzt nicht wahr sein. Oooohh mein Gott.
Ich habe Muskelkater im Bereich des Gluteus maximus. Arschmuskelkater für die Nichtlateiner unter Euch. Alter Falter, ich glaub mein Schwein tanzt Lapaloma.
Ich versuche erneut die Rechtsdrehung und mit Schwung aus der Kuschelkiste raus zu fetzen. Der Schmerz dehnt sich sekundenschnell vom Allerwertesten in andere Regionen des Körpers aus. Geil. Ein Ganzkörperkrampf.

Ich bin ein Mann. Ich stehe echt drauf, wenn mir der Körper weg tut und ich das bis in die letzte Muskelfaser spüre, dass ich einen harten Workout hinter mir habe. Aber ganz ehrlich…ich komme mir nicht so männlich vor, wenn ich mich mit Stöhnen und leicht schmerzverzerrten Gesicht von der Kloschüssel hochstemmen muss und dabei meine halbe Badeinrichtung abbaue.
Kannste nicht brauche. Schon garnicht morgens um 7 Uhr, wenn man eh schon zu spät dran ist.

 

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Fröhlich laufe ich in das Fitnessstudio in Stuttgart.
Gut, Fitnessstudio ist jetzt vielleicht auch etwas viel gesagt. Nennen wir es einen hellen, modern eingerichteten Raum, mit Sitzecke, Theke, drei Umkleiden und zwei Strommonstergeräte. So sieht es also von Innen aus. Ein EMS-Studio – ein Folterraum der Moderne, in dem Elektrostromstöße auf meine Muskeln niederprasseln werden.
Klingt jetzt vielleicht schlimm. Aber keine Sorge. Ist nicht so schlimm, wie es sich anhört. Ist viel schlimmer. Zumindest am Tag danach.
EMS heißt Electronic muscle stimulation. Nein, das übersetz ich jetzt nicht. Ein bisschen fordern möchte ich Euch ja auch als Leser. Eigentlich ist es auch frei übersetzt ein Electromyostimulationstraining, bei dem ein Stromimpuls die Kontraktion des Muskels auslöst. Im Normalfall tut dies unser Körper bei einer willkürlichen Muskelanspannung von selbst. Das Strommonstergerät macht das nur eben etwas stärker. Was es noch tut? Es stimuliert 20 Minuten lang alle Muskelgruppen gleichzeitig und trainiert auch die mit normalen Training schlecht zu erreichenden tieferen Muskelfasern.

 

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Im obligatorischen Einführungsgespräch glänze ich mit Fachwissen und schon geht’s auch schon los. Ich bekomme enge Funktionswäsche an den Leib gepresst. Spätestens jetzt ist es vorbei mit dem Baucheinziehen. Ich fühle mich in den engen Dreiviertelleggins wie Cindy von Marzan. Meine sind wenigstens schwarz und nicht pink oder rosa.

Mein Trainer wartet schon mit einer Robocop-Weste auf mich und grinst. Der Arsch. Der weiß genau was kommt. Ich zurre die Weste mit den Electropads fest und lasse mir weitere Gurte an Arme, Beine und Po anlegen.
Ich schüttel mich zweimal, ich folge den Anweisungen des Coachs und schon schwappt die erste Ladung Strom durch meinen Körper.
Huch..kribbelt..bizzelt…während ich grinse und Späße mache, kommt der zweite Schub..Uuahhh…ok..immer Körperspannung halten, sonst flattert der Arm sinnlos, wie ein Marionettenarm auf Extasy, in der Gegend rum. Hab ich schnell kapiert. Ist wie bei der Herdplatte.
Gleiches System – nur anders.

Ich mache leichte Kniebeuge, strecke mal das Bein, knicke mal den Arm nach recht – ich bewege mich eigentlich nicht viel, aber durch die kleinen Bewegungen verstärke ich den Effekt auf meine Muskeln. Nachdem ich zehn Minuten den Anweisungen und Übungen vom Trainer gefolgt bin, öle ich wie eine trächtige Kuh, die das Matterhorn rückwärts hochlatschen muss.

 

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Vier Sekunden Belastung, vier Sekunden Pause. Über Regler steuert ein Trainer die Intensität der Stromimpulse. Als sehr angenehm empfinde ich, daß sich der Trainer intensiv um meine korrekte Haltung und die Atmung bemüht. Ein sehr wichtiger Aspekt, der bei vielen Trainings vernachlässigt wird. Ich fühle mich gut aufgehoben.
Nach zwanzig Minuten Training ist der Spaß vorbei. Ich fühl mich nicht kaputt. Ich merke, ich habe etwas getan, aber ich bin absolut in der Lage sofort noch andere Dinge zu tun. Meine Muskeln sind nicht ausgelaugt und platt.

Eigentlich ideal für Frauen, die nicht in ein Studio gehen und an Maschinen rumzupfen wollen.

Ihr lieben Manager. 20 Minuten Eurer Zeit für Fitness investieren. Mehr braucht es nicht in der Woche, um Euch auf einem Fitness-Grundlevel zu bewegen. Kurzes, einfaches, individuell anpassbares sehr effektives Training.
Ich bin wirklich begeistert von der Trainingsart und schreibe diesen Artikel gerne, auch wenn ich kein Geld dafür bekomme oder vergünstigt in dem Studio trainiere. Ich mach es, weil ich überzeugt davon bin und das System zwar teuer, aber sehr gut finde und denen ans Herz legen möchte, die bisher zeitliche Ausreden hatten.
Sind wir mal ehrlich zueinander. Zwei Jahre Fitnessstudio zahlen und nicht hingehen ist teuerer, als Geld in die Hand zu nehmen und mit einem Personal Trainer effektiv zu arbeiten.

 

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Falls jetzt irgendjemand in so ein Studio geht, aufgrund meines Artikels, gebt mich bitte als Referenz an. Vielleicht bekomme ich die Erlaubnis bei genügend Referenzen meinen Trainer, an seine eigene Maschine anzuschließen und die Regler mal hoch zu drehen.

Einen Tag später stehe ich in meinem normalen Fitnessstudio und mache meine Freihantelübungen und freu mich schon auf morgen. Da hab ich mein zweites EMS-Training.

Hätte ich das mal eher gewusst.
Dann hätte ich das EMS vermutlich als ergänzendes Training zum Cardiosport und Fitnesstraining schon früher angefangen.

P:S: Der Muskelkater vergeht auch wieder und von Nix kommt Nix.

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Jens

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