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Fasten – Segen oder Fluch?

Anfang März schwirrt jedes Jahr das große Wort „Fasten“ um mich herum. Ich verfluche den März dafür. „Du, ich faste jetzt“. An jeder Ecke höre ich diesen Satz, auf vielen Blogs und Internetseiten lese ich es. Uaaahhhh…

Betrachten wir das Fasten kurz etwas näher.

Die Fastenzeit dauert vom 05. März bis 19. April 2014.  Die Fastenzeit wird auch als Passionszeit betitelt und ist eigentlich die Vorbereitung auf das christliche Hochfest Ostern. Wenn wir Fasten definieren möchten, so kann man es wohl als die teilweise Enthaltung von Speisen, Getränken und Genussmitteln über einen bestimmten Zeitraum hinweg ansehen.

Eigentlich diente das Fasten religösen Zwecken und hatte den grandiosen Effekt der Darmreinigung. Das religöse Fasten, welches der Reinigung der Seele diente, weitete sich aus auf das therapeutische Fasten, auch Heilfasten genannt. Der Körper „entschlackt“ und es kommt zu einer Regeneration von Körper und Seele. Klingt hochtrabend und etwas esotherisch, aber so ist es wohl.

 

 

Dem Fasten kann unter ärztlicher Aufsicht  eine wirksame Therapie bei Stoffwechselerkrankungen und bei Übergewicht sein.  Man sagt dem Faste auch starke Wirkungen bei Rheuma, Asthma, Allergien und Migräne nach. Ärzte setzen aus therapeutischen Gründen in speziellen Kliniken diese alte naturheilkundliche Methode ein.

Ich betone hierbei, daß Fasten unter fachkundlicher Betreuung sicher ein propates Mittel ist, um bestimmte Symptome zu lindern, aber Fasten muss gelernt sein. Wer wild und ohne Sinn und Verstand drauf los fastet, nur weil es ein paar Wochen im Jahr hipp ist, kann das Gegenteil bewirken.

Wer nur eine kurze Zeit fastet und danach in alte Essgewohnheiten zurück verfällt, kann einen wundervollen Jo-Jo-Effekt auslösen.

Gerade in den ersten Tagen verliert der Körper erstmal ordentlich Flüssigkeit weil die Kohlenhydrate Flüssigkeit binden. So binden 500g Kohlenhydrate die im Körper gespeichert sind bis zu 2,5 kg Wasser. So ist auch der brutale Erfolg in den ersten Tagen beim Abnehmen zu erklären.

 

Nachdem die ersten Tage des Erfolgs vorbei sind, dient dann Fett als Hauptbrennstoff beim Fasten, so Ihr denn dem Körper keine Kohlenhydrate zuführt. Ihr erzielt also eine Gewichtsreduktion durch Fettverbrennung über ein paar Wochen. Herzlichen Glückwunsch. Ihr macht gerade eine Diät.

Verfallt Ihr nun aber wieder in alte Essgewohnheiten und Lebensmuster, lagert Euer Körper, der gerade eben eine „Hungersnot“ erlebt hat ordentlich Energie ein. Das tut er am liebsten in die großen dicken Fettspeicherzellen. Wer weiß, wann Ihr die Energie mal wieder braucht und auf die Idee kommt, wieder eine „Fasten-Diät“ zu machen.

Entscheidend für den Erhalt der Gewichtsreduktion ist eine Veränderung in Eurem Leben in Hinsicht auf Ernährung, Sport, Bewegung und Ausgeglichenheit.

Es gibt einige Pros und Contras in Bezug auf das Fasten und die Wirkung wird kontrovers diskuttiert. Wir möchten Euch nicht vom Fasten abraten, aber jeder, der in einer extremeren Form Nährstoffaufnahme verringert, sollte sein Fastenvorgehen mit seinem Hausarzt vorher abstimmen.

Fasten und Abstinenz kann auch in anderer Form passieren. Beispielsweise indem man in diesem Zeitraum nicht mehr raucht, keinen Alkohol trinkt, kein Internet benutzt, kein Fernsehen schauen oder wie es in dem großen bekannten Fastenfilm: „Fast and the furios“ gemacht wird – man verzichtet auf langsames Autofahren.

Ich sehe das Fasten etwas kontrovers und ich erkläre Euch wieso ich „Uuaaahhh “ schreie, wenn ich das Wort „Fasten“ höre. Eigentlich brauchen die meisten Menschen das Fasten gar nicht, wenn Sie sich immer gesund und ausgewogen ernähren würden. Viele schaufeln sich das ganze Jahr so viel schlechtes Essen in den Kauschlund, daß die Negativbilanz sicher nicht durch ein mehrwöchiges Fasten in den positiven Bereich gerückt wird.

Fasten ja, Ihr Lieben, aber bitte mit Hirn und Verstand. Ernährt Euch nach Eurer Fastenzeit gesund und treibt Sport. Und lasst Euch eins gesagt sein: Wer seine Fastenzeit damit abschließt, plündernderweise über das Osternest herzufallen mit den Worten: „Das habe ich mir verdient, ich habe 3 Wochen gefastet“, dem wünschen wir jetzt schon viel Spaß mit den Pfunden auf der Hüfte. Nur zu oft ist dies die Legitimation für viele, nach der Enthaltsamkeit mal ordentlich zuzuschlagen. Man gönnt sich ja sonst nichts.

In diesem Sinne wünschen wir „Happy Fastenzeit“

Eure Meinungen und Erfahrungen mit dem Thema Fasten sind sehr willkommen. Tackert Sie uns einfach unter diesen Artikel in die Kommentare.

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Jens

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