Es ist ein lauer Sommerabend, ich blinzel der Sonne durch die Windschutzscheibe entgegen, habe das Fenster meines viel zu hoch motorisierten Autos heruntergelassen und der Fahrwind bläßt mir entgegen.

Ich fahre hilflos durch meine Wahlheimatstadt Stuttgart, im Volksmund liebevoll Benztown nach gleichnamigen Autohersteller benannt. In der Ferne sehe auf den Hügeln von Stuttgart das Wahrzeichen…

 

Gleich treffe ich mich mit „den Jungs“. Ich freue mich tierisch auf den Männerabend.

Wir werden irgendwo in der Stadt in einem der phänomenalen Sushiläden rohen Fisch und Algentang knappern und anschließend zu Dino gehen und einen „Spicy Horse“ in den Schädel schütten.

Ja ein Spicy Horse muss ab und an mal sein, auch wenn es für diesen ach so gesunden Blog politisch nicht korrekt ist. Ich sage Euch, dass es sehr wohl korrekt ist, sich öfter mal etwas zu gönnen – sich bei der Ernährung nicht zu verbiegen. Schließlich soll gesunde Ernährung auch Spaß machen und leicht von der Handgehen. Da gehört es einfach auch mal dazu, zum richtigen Zeitpunkt zu genießen und sich etwas zu gönnen, sei es ein gutes Glas Wein oder eben auch mal einen von Dinos grandiosen Stuttgarter Cocktails.

Aber bis ich bei meinem Freunden bin, habe ich noch eine schier unüberwindbare Aufgabe vor mir:

Ich brauche einen Parkplatz!!!

 

Verflucht, wieder kein Parkplatz. Es ist in Stuggi, vor allem abends schier unmöglich einen kostenfreien Parkplatz zu erhaschen. Es ist zum Haare ausrupfen.

Es sollte mehr Parkplätze geben. Mehr günstigen Wohnraum. Mehr Menschen, die den Mund aufmachen.Mehr Menschen, die nicht nur den Mund aufmachen, sondern auch etwas tun.

Dieser Abend ist lange her, zwei Jahre vielleicht. Einige Freunde, die an diesem Abend dabei waren, sind nicht mehr bei den Männerrunden dabei. Man lebt sich auseinander, hat Verpflichtungen…

Wohnraum gibt es immer noch nicht ausreichend. Das Sushirestaurant hat die Preise hochgesetzt. Es gibt mehr Menschen, die den Mund aufmachen, ihn aber doch besser halten sollten. Stuttgart, du hast dich verändert. In manchen Dingen positiv, in manchen Dingen negativ – aber wir lieben Dich, wie Du bist.

Ich fahre durch Stuttgart, suche keinen Parkplatz – ich suche heute, zwei Jahre später einen Park, Wald, Ruhe. Ich will joggen. Verflucht gibts wenig Grün in den Großstädten.

Ein Parkplatz und ein Park haben zumindest mal einen gemeinsamen Wortstamm. Meist ist es doch so, daß wenn ein Park zubetoniert wird, muss er einem Platz weichen, auf dem irgendwie geparkt werden kann.

Macht man das ganze dann aber anders herum, wäre es doch auch mal schön.

Aus einem Parkplatz einen Park machen.

Genau das passiert nächsten Freitag, den 20.09.2013 weltweit.

Der Park(ing) Day wurde 2005 in San Francisco ins Leben gerufen und findet seitdem einmal jährlich im September statt.

 

 

Zum zweiten Mal startet der Park(ing) Day in Stuttgart und wir finden diese Idee so lustig, daß wir uns entscheiden haben sie zu pushen. Im weitesten Sinne geht es hierbei auch um Gesundheit – mehr grüne Flächen in der Stadt, mehr Pflanzen und Bäume bringen mehr frische Luft, ihr könnt gesünder leben und joggen gehen.

Ausserdem gibt es in Stuttgart soviele Kastanienwerfer und Juchtenkäferbetreuer, dass dieser Tag eigentlich ein voller Erfolg werden müsste.

Aber halt, es gibt den Park(ing) Day in vielen Sädten, nicht nur in Stuttgart.

Dieser Tag ist etwas für Entscheidungsfreudige. Ihr solltet bis morgen Montag den Organisatoren Bescheid sagen über diese Seite:

Stuttgarter Park(ing) Day-Seite

Internationale Park(ing) Day Seite

 

Was ist der Park(ing) Day nun eigentlich?

Mit Rollrasen, Gartenstühlen und Musik werden triste Parkplatzflächen in kleine PopUp Parks verwandelt.

Die Initiative, die hinter diesem lustigen Event steckt, möchte eine kritische Diskussion zum Thema Nutzung und Gestaltung des öffentlichen (Stadt)Raumes anregen. Sie möchten aufzeigen wie Verkehrsflächen anders genutzt werden können und in Frage stellen wieviel Fläche dem Autoverkehr eingeräumt werden soll.

 

Wenn ihr Lust habt mitzumachen, sucht euch einen Parkplatz in Stuttgart aus und teilt den Park(ing)-Day Organisatoren a über die persönliche Nachrichtenfunktion von facebook den genauen Standort mit.

Ebenso benötigen die Jungs für die Anmeldung bei der Stadt einen Ansprechpartner (Name und Mailadresse) für euren Parkplatz. Dieser fungiert an dem besagten Tag als Ordner und ist verantwortlich für das Geschehen an eurem Parkplatz. Die Organisatoren werden dann die gesammelten Parkplätze bei der Stadt als Veranstaltung anmelden und euch über den Ablauf informieren. Wer mitmachen will, gibt den Jungs bis zum 16.09.2013 auf der Facebookseite Bescheid.

Also raus aus der Garage mit dem Rollrasen, macht den Gag mit und bastelt Euch Eueren eigenen Park. Stellt einen Grill hin, macht ein leckeres Essen mitten auf der Straße, schleppt ein paar Hanteln hin und treibt etwas Sport.

 

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Jens

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