Man kann nicht immer gewinnen.
Es gibt Herausforderungen, an denen scheitert man, aber wie sagte schon Berthold Brecht so passend:

 

Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

 

Ich habe gekämpft. Wie ein Bär. Ein Waschbär. Ok, es wie ein Wiesel. Ein überfahrenes…nein. Natürlich nicht. Nein, auch nicht wie ein schielendes Opossum. So weit möchte ich nicht gehen. Nein wirklich nicht.

Ich habe gekämpft und bin gescheitert.
Eigentlich darf ich Euch das nicht erzählen.
Na egal, wir sind ja unter uns.

Ich bin an einer LowCarb Spargelcreme-Suppe gescheitert!
Und alle so:  „WHOOOO…hat er das grad laut gesagt? Spargelcremesuppe…der Looser“.

Ja, wir Männer stehen auch mal zu unseren Niederlagen.
Da kann man nichts schön reden oder den Fehler bei anderen suchen.
Ja doch..also passt auf. Ich möchte das Kokosmehl herdissen.
Schuld ist eigentlich das Kokosmehl. An allem!!!
Das bindet nicht ab. Ich bekomme keine anständige Einbrenne oder Mehlschwitze mit Kokosmehl hin. Das ist das Problem.
Ich wollte nicht drüber reden, aber Ihr habt ja gefragt. So…der Schuldige ist benannt – können wir Ihn jetzt bitte steinigen? Jehova Jehova… (Entschuldigung, ich vermische Monty Python mit Spargel, Fiktion mit Wirklichkeit, geschmolzene Butter mit Kokosmehl – so geht das nicht. Entschuldigung)

 

Spargelcremesuppe - www.kochhelden.tv

 

Dreiiiimal hab ich diese vermaledeite Spargelcreme-Suppe gekocht. Wie eine Furie bin ich durch die Küche getobt und habe Spargel geschält wie „Spargelman“ oder war es „Spargeltarzan“? Egal, wie der Typ heißt. Wochenlang hat die Toilette nach Spargelpipi gestunken.

Moment mal eben. Hat dieser Blogger grad Spargelpipi erwähnt? Die olle Sau. Ich verlasse diesen Blog. Ist ja ekelhaft. Es reicht. Wer war das? Wer ist hier Spargelausscheider? Bitte mal die Hand heben.
Peinlich berührte Stille im Raum.
 
Also mal ganz locker durch die Hose atmen. Ist ja nicht so schlimm.
Ich stand gestern Abend an der Pinkelrinne im Restaurant – neben mir ein Mittvierziger. Ich fange leicht an zu husten und nach Atem zu ringen, drehe mich zu ihm rüber und sage: „Na, Spargel gegessen?“
Versucht das mal beim nächsten Toilettenbesuch. Ihr macht Euch richtig Freunde. Das Gesicht des Typen = unbezahlbar.

Übrigens kam grad der Hinweis, dass es doch toll wäre, wenn man ein Frühlings-Special bei den Badreinigern rausbringen würd:

„Meister Propper ANTI-SPARGEL-MIEF“.

Spargelcremesuppe - www.kochhelden.tv

 

Es ist übrigens nicht jeder Spargelausscheider. Man schätzt, dass jeder Zweite „Spargelausscheider“ ist. Ob man dazu gehört oder nicht, ist genetisch bedingt.
Im Spargel, vor allem im Spargelkopf ist Asparaginsäure enthalten. Asparginsäure ist ein chemischer Stoff mit harntreibender Wirkung.

Anmerkung des Bloggers: Ihr merkt, an dieser Stelle geht der Klugscheißer-Vortrag los. Ich mach mal weiter. Wer nicht wissen will, wieso er so stinkt, scrollt einfach runter zum Rezept.

Asparagin ist eine Aminosäure, die als Eiweißbaustein bei der Bildung weißer Blutkörperchen dient. Urin-Forscher, also nennen wir die Jungs „Wissenschaftler“ sind fest davon überzeugt, dass der Geruch des Urins auf die Asparaginsäure zurück zu führen ist.
Sicher sind sich diese „Urinologen“ aber auch nicht.
Die Asparaginsäure ist eigentlich geruchlos.
Abbauprozesse im Körper sorgen dafür, dass durch Umwandlung der Aminosäure eine schwefelhaltige Verbindung entsteht.
Die stinkt dann. Bäähh…
Ihr braucht also keine Angst haben, dass Ihr einen Nierenschaden habt oder innerlich vergammelt. Der Spargelmief liegt nur daran, ob Ihr das Gen habt, welches Enzyme herstellt, um die Asparginsäure in schwefelhaltige  Verbindungen umzuwandeln.

 

Spargelcremesuppe - www.kochhelden.tv

 

Zurück zur Spargelcreme-Suppe. Da habt Ihr jetzt bestimmt total Lust drauf. Ich seh es Euch an.

Meinen Bloggerkumpel Bauchgold und seine holde  Maid (die nach diesem Essen nun wieder von Stuttgart nach Hamburg ziehen möchte) habe ich übrigens halb vergiftet mit der Suppe. Also eher mit dem nicht gebunden Mehl, was dass als Körnchen durch die Suppe schepperte.
Ja gut, ich habe ein Sieb gefunden und das nicht bindende Kokosmehl abgesiebt. Ich habe doch nicht aufgegeben, aber Mehlschwitze bekommt man irgendwie doch nur mit Mehl hin und 30g Mehl auf diese riesige Portion Suppe – ach Mensch, das lasse ich heute mal durchgehen. Ich möchte Euch umbedingt eine Spargelcreme-Suppe auf den Blog bringen, die sehr lecker ist, aber eben 30g Mehl im Bauch hat, was wiederum ca. 30g Kohlenhydraten auf 100g entspricht. teilen wir das Essen auf 4 Personen auf, bewegen wir uns wieder im LC Bereich. Ach man muss sich alles einfach nur schön reden.

Vernachlässigen wir mal das Kohlenhydrat- und Kaloriengezähle, ist das einfach nur einen sehr leckere Spargelcreme-Suppe.
Bums aus und hier kommt das Rezept.

 

Spargelcremesuppe - www.kochhelden.tv

 

Zutaten:

  • 500 g Spargel, weißer
  • 1 1/2 Liter Wasser
  • 1 TL (gestr.) Zucker
  • 60g Butter
  • 30 g Mehl – es kam aus Euren Reihen der Hinweis auf Guarkernmehl als Bindemittel. Vielen Dank. Das könnte funktionieren. Werde ich ausprobieren.
  • Salz und Pfeffer
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1 Eigelb
  • 4 EL saure Sahne
  • wer mag kann Kresse dazu geben

 

Zubereitung:

  1. Den Spargel waschen, vom Kopf her schälen (geht am besten mit einem anständigen Spargelschäler !!!), die holzigen Enden abschneiden und in 1,5 l Wasser aufkochen und dann für ca. 15 min köcheln lassen. Anschließend den Sud abseihen und die Schalen entsorgen.
  2. Die Spargel in 2,75 cm große Stücke schneiden.
  3. Den Sud mit Salz und Zucker abschmecken und die Spargelstücke hineingeben, ca. 20 min weich kochen. Anschließend Sud abseihen.
  4. Butter in einem Topf (nein, Ihr braucht hier keinen Spargeltopf) erhitzen und unter Rühren eine Einbrenne herstellen.
  5. Circa 1 Liter des Suds unter rühren und weitere 15 min kochen lassen. Anschließend vom Herd nehmen, mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken.
  6. Das Eigelb mit der Sahne verquirlen und damit die Suppe binden.
  7. Die Spargelstücke dazu geben und wer möchte, lässt noch etwas Butter darin schmelzen.

 

Guten Appetit

 

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Jens

Jens

5 Comments

  1. 3. Mai 2016 at 13:46 — Antworten

    also, ich hab das gen. definitv. so viel zu den persönlichen details. 😉

    was ist denn mit guarkernmehl statt kokosmehl? geht das nicht zum binden?
    nur mal so ne überlegung….

    viele grüße
    die frau s.

    • 3. Mai 2016 at 14:10 — Antworten

      Hi Stefi, das könnte in der Tat als Bindemittel funktionieren. Ich werde das austesten. Vielen Dank.

  2. 4. Mai 2016 at 09:30 — Antworten

    Man kann doch auch, zumindest theoretisch, mit Eigelb binden. Ich habe es noch nicht probiert, könnte mir aber eine eingerührte Eigelb-Sahne-Mischung (und dann rühren, rühren, rühren und nicht mehr kochen) als Bindemittel vorstellen. Und die ist dann noch lowcarber. 😉

    • 4. Mai 2016 at 09:37 — Antworten

      Hi Dirk,
      absolut richtig. Ich habe auch eine Eigelb-Sahne-Mischung und es hat auch gebunden, aber das Kokosmehl fängt kurz darauf an so sehr zu grieseln, dass man es nicht mehr essen kann. Man hat viele grieselige Partikel im Mund mit Kokosmehl. Vielleicht liegt es auch an der Kochtemperatur, dass damit das Kokosmehl nicht gut kann.

      • 5. Mai 2016 at 13:36 — Antworten

        Die Ei-Sahne-Mischung ja auch statt des Kokosmehls einsetzen und nicht beides gleichzeitig. 😉

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