Die Schiebetüren öffnen sich. Die Regentropfen schlagen mir ins Gesicht und stechen wie kleine Nadel. Ich kneife meine Augen zusammen und versuche durch die tief hängenden Wolken irgendetwas zu erkennen. „Tief hängende Wolken“ ist übrigens meine liebevolle Umschreibung für miesen nasskalten Nebel.

Ich steige aus der Gondel und schaue Richtung Bergspitze. Das wird doch nicht…Schnee. Es schneit. Es ist nicht zu glauben. Es ist August, ein Sommermonat und es schneit. In Momenten in denen ich in schlechtes Wetter gerate, gibt es zwei Lebensweisheiten für mich und nach diesen handle und lebe ich wirklich immer im Regen und Schnee.

 

„Egal, ob Du ein blödes verkniffenes Gesicht machst und die Schulter hochziehst oder es einfach lässt, Du wirst genauso nass werden.“

Von meinem alten Kumpel Bob Marley kommt das zweite Zitat: „Es gibt Menschen, die spüren den Regen. Es gibt andere Menschen, die werden einfach nur nass“

Ich ziehe den Reissverschluss meiner Regenjacke in Richtung Nase, schiebe meinen linken Fuß, der in einen schweren Bergschuh gehüllt ist aus der Gondel des Liftes und setze Ihn auf den felsigen Untergrund in 2400m Höhe. Ich lass die Schultern nach unten sinken, grinse, entscheide mich dafür, den Regen im Leben zu spüren und mit dem zweiten Schritt stehe ich im absoluten Vollpiss an der Bergstation des Kreuzjochs in Tirol.

Was ein beschissenes Wetter. Entschuldigung, aber das muss ich jetzt mal so sagen.

Schnee im Sommer. Wahnsinn. Ich erwische in meinem Sommerurlaub eine extrem schlechte Woche in unserem schönen Nachbarland. Eine miese Wetterfront hält sich hartnäckig über den Bergen. In wenigen Kilometern Entfernung sieht man den Stubaier Gletscher. Heute nicht. Die Wolken hängen ja tief.

Ich beschließe den Berg wieder zu verlassen ehe das Wetter noch schlechter wird und ich mich an einen Yeti über Nacht kuscheln. Mein Mum erklärte mir später im Tal, daß dies kein Yeti gewesen sei, sondern die weibliche Bedienung auf der Berghütte. Ja ja, sie kann mir ja viel erzählen. Ich steige ab und treffe noch eine Kuh, die mich knutschen wollte. Ich glaube das Tier hat zu viele frivole Almdudel-Lederhosen-Filme in den Achtzigern geschaut.

 

Hier die Knutschattacke der Kuh beim Abstieg

 

Wenige Tage später sitze ich wieder daheim in Deutschland und freue mich auf sommerliches Wetter und Freibad. Pustekuchen!!! Ich muss sogar meine Heizung in meiner Kochhelden-Bude anschalten und was dem Fass den Boden ausschlägt, seht Ihr alle auf dem Bild aus einem aktuellen Supermarkt.

 

 

Schnee in Österreich und in Deutschland startet der Weihnachtssüßigkeitenverkauf in einem Sommermonat. Liebe Lebensmittelkonzerne, habt Ihr eigentlich den Schuss nicht gehört? Wie profitgierig kann man eigentlich sein, vier Monate vor dem Weihnachtsfest die Süßigkeiten für das heilige Fest schon in die Läden zu bringen?

Ich hab das Gefühl, es wird immer schlimmer, immer mehr und vor allem immer früher.  Irgendwie zerstört Ihr doch auch das Fest für die Kinder, ganz davon zu schweigen, dass wir die ungesunden Süßigkeiten nun noch früher in den Köpfen der Kinder haben.

 

Liebe Eltern, wenn Euer Kleiner im Supermarkt in Kassennähe nach Weihnachtsmännern schreit, versucht den Kids mal zu erklären, was Weihnachten eigentlich für ein Fest ist und um was es da tatsächlich geht. Kommerz, Werbung und Süßigkeiten sind nicht das Ziel von Weihnachten und schon gar nicht mitten im Sommer.

Zeigt Euren Kids, wie man den Regen spürt…

Danke Mum und Dad…

Bildquelle: Mel (thx)

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Jens

Jens

2 Comments

  1. 28. August 2014 at 09:38 — Antworten

    Dem ist nichts weiter hinzu zu fügen !
    Vor allem deine letzten Sätze sollten sich mal die Eltern fest ins Gehirn einbrennen, ab Absatz : “ Ich habe das Gefühl . . .“
    Herzliche Grüße
    Jutta,
    deren 2 mittlerweile großen Töchter gleicher Meinung sind, weil sie so erzogen wurden.
    Darüber bin ich heute noch froh, denn sie werden das ihren Kindern, sollte es mal welche geben, vorleben :-)

  2. 31. August 2014 at 19:02 — Antworten

    […] ist Ende August und die ersten Weihnachtssüßigkeiten stehen wieder in den Läden. Das ist für mich nicht nur ein sicheres Zeichen, dass die […]

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