Um mich herum ist alles dunkel. Einzelne Spotlights sind auf alte wunderschöne Autos gerichtet. Keine Menschenseele befindet sich in den Gängen des Museums, nur hier und da schielt ein Wachmann um die Säule und prüft ob alle Autos noch da sind. Nachts im Museum – 22:42 Uhr. Die Zahlen leuchten mir von meiner Uhr entgegen. 

„Das sind schon geile Karren“, sagt der junge Typ zu mir, der vor mir durch Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart schlendert. Er mag Autos. Er mag Autos, wie jeder Junge, wie jeder Mann und dennoch ist der 25-jährige Kerl, der vor mir läuft und sich schon den nächsten auf Hochglanz polierten Oldtimer anschaut, etwas Besonderes. 

„Hi ich bin Benjamin – kannst aber Beni zu mir sagen“. So hatte sich Deutschlands jüngster Sternekoch ein paar Stunden vorher, kurz nach der Eröffnung des AHGZ-Sternegipfels, mir vorgestellt.

Das ist er also – Benjamin Maerz ✰, Hotel-Restaurant ROSE, Bietigheim-Bissingen – Deutschlands jüngster Sternekoch, der seit November 2013 einen Stern besitzt. Krass. Mit 25 Jahren erkocht sich dieser Bursche, ohne je die großen und berühmten Küchen dieser Welt gesehen zu haben, im elterlichen Restaurant und Hotel einen Stern. 

Aber er steht ja nicht alleine in der Küche und hat sicher jede Menge Spaß bei der Arbeit mit seinem eingespielten Team, bestehend aus Nils und Patrick. Seinen Bruder Christian darf man sicher auch nicht vergessen, wenn man vom Restaurant- und Hotelbetrieb redet. Das ganze Team rund um Benjamin ist jung, erfolgshungrig und dennoch sehr erfahren und relaxed. Hier lässt sich keiner aus der Ruhe bringen.

 

Seine Crew steht jeden Abend an seiner Seite: Nils-Levent Tezcan und Patrick Melzer

 

Während die drei Jungs auf der Bühne der Showküche des Sternegipfels umher wurschteln, scheint jeder Handgriff perfekt zu sitzen. Mein Kamera surrt und filmt. Ich bemerke eine leichtes Lampenfieber bei den Jungs. Gut, das ist klar, die stehen nicht so oft auf so einer großen Bühne. Mir würde auch der Zapfen gehen.

 

 

Nach wenigen Minuten wird die Stimme der Jungs fester und alles ist gut. Die Show läuft hervorragend für die drei und sie geben eine Visitenkarte auf der Bühne ab.

 

 

Der Teller, der auf der Bühne entsteht, lässt gleich die Liebe zum Detail erahnen, von der im Programmheft so geschwärmt wird. Schnelllebige Trends und Modeerscheinungen in der Küche sind nicht Beni´s Ding. Er wählt die Lebensmittel sorgfältig nach höchsten qualitativen und nachhaltigen Gesichtspunkten aus und verbindet das Altbewährte mit den Vorzügen der modernen Leichtigkeit. Das merkt man an jedem Teller der an Sous Chef Nils geht. Dieser verpasst ihnen den Feinschliff.

 

 

Feinarbeiten werden in der Küche mit Pinzette erledigt

 

45 min auf der Bühne gehen bei Benjamin ratzfatz um und vor mir steht ein phänomenaler Teller. Jetzt bitte nicht wundern. Ja, der aufmerksame Zuschauer hat richtig bemerkt, es gab zwei Shows mit Benjamin und folglich auch zwei Teller. Beide haben unglaublich gut geschmeckt und man könnte fast sagen, ich bin geneigt, zu Benjamin ins Restaurant zu gehen und Ihm jegliche Vorräte weg zu futtern.

 

 

10 Stunden später – ich träume immer noch von dem Essen, was Beni und seine Crew gezaubert haben. Ich kann mich kaum auf die wundervollen Oldtimer im Museum konzentrieren.

„Ich muss noch was futtern“, schießt es durch meinen Kopf. Das geht hier sehr gut. Schließlich bin ich auf der „Nacht der Sterne“ mit grob hundert Sterneköchen.  Als ich mit Beni zur Käseplatte schlendere, schnappen wir uns Sternekoch Benjamin Schuster vom Stuttgarter Delice und Mickey aus der Lucki-Maurer-Crew für ein Foto.

 

v.l.n.r. Michael Riedl (Sous Chef im Hotel Bayerwaldhof), ich, Benjamin Schuster (Sternekoch im Delice), Benjamin Maerz (Sternekoch in der Rose), Steffen Kohlberger (re.flect-Magazin)

 

Abschließend kann ich nur meine Empfehlung für Benjamins Küche aussprechen und wer das Video mit Ihm anschaut, sieht, was für ein natürlicher und sympathischer Bursche er ist. Seit diesem Interview sind schon einige Abende hinzu gekommen, an denen wir uns getroffen und zusammen gelacht haben.  Ich bin mir sicher, dass wir auch demnächst einmal zusammen den Kochlöffel schwingen werden.

 Nach dem Stern ist vor Stern. Benjamin und seine Jungs kochen jeden Abend einen Stern und sind sich der Verantwortung den Gästen gegenüber bewusst und das sagen Sie auch. Ich sag das nicht so daher. 

Ich befand mich neulich auf der Slowfood in Stuttgart und habe gute Freunde von Monkey 47 und Kessler Sekt getroffen. Was macht Benjamin? Lest selbst…

 

Benjamins Facebook-Nachricht – Er kocht Sterne…da haben wir es

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Jens

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