Heute ist es endlich soweit. Ich wage mich an den Frühstücksteufel höchstpersönlich heran – Nutella.


Eigentlich heißt es Haselnuss-Schoko-Creme oder Nuss-Nougat-Creme, aber sind wir ehrlich, es gibt nur einen wahren Brotaufstrich in dem Bereich: Nutella.

Ich bin diesem Fettmonster seit Jahren verfallen und lasse auf dem Frühstückstisch auch keinen anderen Schoko-Aufstrich zu. Da bin ich eigen. Und das obwohl ich weiß, wie ungesund diese Köstlichkeit ist. Natürlich ist mir auch die Diskussion um das Palmöl bekannt. Es wird also höchste Zeit, dass ich einen gesünderen Ersatz auf den Blog bringe.

LowCarb Nutella selbstgemacht - www.kochhelden.tv

Dieser Vorsatz wird auch nicht dadurch durchkreuzt, dass mir Ferrero vor einem Jahr ein eigenes Nutella-Frühstücksset bestehend aus Nutella-Messer, Nutella-Tasse und Frühstücksbrettchen zuschickte. Auch das Bewerben dieses Produktes durch die Deutsche Fußballnationalmannschaft wird nicht meine Entscheidung umwerfen. Ich frage mich seit Jahren, wie eine Sportmannschaft für derart ungesunden Kram werben kann.

Irgendwas läuft doch da falsch im Bereich Lebensmittelmarketing. Ich halte das ja für höchst bedenklich, vor allem für unsere Kids, wenn ihnen durch Sportler und Idole vorgegaukelt wird, dass sie die ungesunde Schoko-Fettmasse und danach ein Bier in sich reinschieben.

 

Palmöl, gesundheitlicher Aspekt und nun noch eine neue Rezeptur – es reicht! Meine eigene Homemade-Produktion muss starten. Ich entschuldige mich jetzt schon einmal dafür, dass im schwäbischen Umland nun die Haselnussvorkommen in den örtlichen Lebensmittelläden knapp werden.

 

Wie ungesund ist Nutella?

Eine handelsübliche Nuss-Nougat-Creme besteht aus zwei Dritteln Zucker und einem Drittel Fett. Wenn man auf die Inhaltsangabe schaut, wird anhand der ersten beiden Zutaten klar, woher der Wind weht und was die größten Bestandteile davon sind: Zucker und Palmöl.

2 Teelöffel Nutella entspricht übrigens 5 Löffeln puren Zucker. Kohlenhydrate und Fett in einer perfekt leckeren Kombination. Das ist genau das Gegenteil was man sich aufgrund der hohen Zahlen unserer Volkskrankheiten Diabetes und Übergewicht erhofft. Mit Hinblick auf die Gesundheit unserer Kinder sollten Lebensmittel eigentlich zucker- und fettärmer werden. Zumindest enthält die neue Rezeptur von Nutella seit kurzem etwas weniger Fett.

 

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Die neue Rezeptur von Nutella

Werfen wir einen Blick auf meine Lieblings-Nuss-Nougatcreme. Ja, die Creme ist etwas heller geworden. Das mag an dem erhöhten Anteil Magermilchpulver, der von 7,5 % auf 8,7 % angehoben wurde. Der Inhaltsstoff „fettarmer“ Kakao ist in der Inhaltsliste nach hinten gerutscht. Das lässt darauf schließen, dass hier der Kakao-Anteil reduziert wurde.

Die aufgedruckte Nährwerttabelle auf dem Glas lässt einige Rückschlüsse zu. Der Zuckergehalt steigt in der neuen Rezeptur von 55,9 % auf 56,3 %. Das liegt vermutlich an der Erhöhung des Magermilchpulvers und an der Verringerung des Kakaopulvers. So verschiebt sich das Verhältnis.

Wieso macht man das?

Kosten – ganz einfach. Magermilchpulver kostet weniger als Kakaopulver. Auch wenn der Konzern nur von einer Feinjustierung spricht, hat diese geringfügige Veränderung der Inhaltsstoffe eine Kostenauswirkung in Dimensionen, die ich nicht beziffern kann, es mir aber gut vorstellen kann, wenn man bedenkt, auf wie viel Frühstückstischen weltweit diese Creme steht. Jetzt könnte man denken, dass die Kostenreduzierung an den Verbraucher weiter gegeben wird. Ach was. Dann hätte man die Rezeptur ja auch so lassen können, wenn man mit der Veränderung nichts verdient.

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Nutella und das Palmöl

Palmöl bleibt übrigens unverändert weiterhin Bestandteil dieser Creme. Viele Mythen ranken sich um den umstrittenen Bestandteil. Ich sage es gleich vorneweg: Ich kann nur im Konjunktiv zu dir reden.

Gegen Palmöl sprechen zwei Argumente: Der umstrittene Anbau und das Gesundheitsrisiko.

Schauen wir uns den Anbau an. Um Palmöl zu gewinnen muss für den Anbau Regenwald weichen. Punkt. Indonesien ist wichtigster Produzent des Rohstoffs und zwischen 2009 und 2011 war in diesem Land die Palmölindustrie für ein Fünftel des Regenwaldverlustes verantwortlich. Bereits 2015 sorgte die Abholzung vor allem bei den Nutella-Produzenten für einen brennenden Helm. Frankreichs Umweltministerin Royal hatte im Fernsehen öffentlich zum Boykott aufgrund von Palmöl aufgerufen.
Blöd nur, dass die Ministerin nicht wusste, dass Ferrero sein Palmöl von zertifizierten Plantagen in Malaysia bezieht.

Ferrero ist übrigens auch Mitglied des „Round Table on substainable palm oil“, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Palmöl nachhaltig zu produzieren. Böse Stimmen bezeichnen dies als Greenwashing. Egal – Festzuhalten bleibt, das ich hier Nutella kaum an den Karren fahren kann, weil durch Nutella keine Regenwälder abgeholzt werden. So ist mein Wissenstand und das muss man ja auch mal klarstellen.

 

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Beim gesundheitlichen Aspekt von Palmöl wird es spannend.

Ich habe eine Studie aus Ende 2016 gefunden, die behauptet, dass Palmöl die Bildung von Metastasen beschleunigt. Ich steige jetzt nicht tiefer in die Krebsforschung ein – das steht mir nicht zu und ich bewege mich ungern auf dünnen Eis, aber jeder der mit Krebs und Metastasenbildung zu tun hatte, kann sicher bestätigen, dass eine ketogene Ernährung nicht gerade schädlich für Krebspatienten ist. Diese Ernährungsform setzt aber voraus, dass die Kohlenhydrate limiert werden und man auf eine fettreiche Ernährung umschwenkt. Diese These würde nun diese Ernährung für Krebspatienten aber in Frage stellen – zumindest was den Palmöl-Bereich betrifft.

Für alle, die nicht so viel Plan davon haben, erkläre ich gerne kurz, dass Metastasen sogenannte Ableger eines Ursprungstumors und das eigentlich schlechte am Krebs sind. Der Ursprungstumor kann meist ganz gut behandelt werden mit der heutigen Wissenschaft, allerdings ist das Ausbreiten von Metastasen im Körper und Bildung von Tochtergeschwülsten schwierig.

Zurück zur Studie: Es wurde festgestellt, dass fettreiche Ernährung die Metastasierung von Tumorzellen beschleunigt. Man fütterten eine Gruppe von Mäusen mit Mundkrebs eine Zeit lang mit Palmöl und anderen fettigen Nahrungsmitteln. Eine vergleichbare Gruppe krebskranker Mäuse erhielt eine ausgewogene Kost.
Das Ergebnis: Bei den Mäusen, die sich fettreich ernährten, war das Risiko, dass sich Metastasen bilden, mehr als doppelt so groß. Auch die Zahl und die Größe der Tumoren waren erhöht.
Quelle: http://www.onmeda.de/magazin/wie-palmoel-die-bildung-von-metastasen-beschleunigt.html

 

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Vegane, palmölfreie, zuckerreduzierte Schoko-Haselnuss-Creme

Ich habe viele Rezepte von selbstgemachten Nutella-Cremes angeschaut und probiert.

Es ist ja nicht so, als ob ich das Rad neu erfinde und wie der Allwissende mit einem Glas Schoko-Creme ums Eck gelatscht komme.

Ich habe auf einem Blog einen Brotaufstrich gefunden, der recht gut war. Ich finde blöderweise den Blog nicht mehr, sonst würde ich ihn hier verlinken. Sei es drum…dieses Rezept habe ich noch etwas abgewandelt, bis es für mich schmackhaft war und das Ergebnis gibt es jetzt hier.
Palmölfrei, fettreduziert, zuckerreduziert und vegan. Was willst du da noch mehr. Der Zeitaufwand ist ein Witz und man bekommt zwei große Weckgläsle aus den Zutaten. Ich muss allerdings dazu sagen, dass ihr einen leistungsstarken Mixer braucht.

 

 

Zutaten

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Zubereitung

  1. Backofen auf 170 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen.
  2. Nüsse auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben und 10 Minuten rösten.
  3. Geröstete Nüsse nach und nach in einen Mixer geben und fein zu einer Paste verarbeiten. Den Mixer ab und an ausschalten, nicht damit er überhitzt. Den Mixer auf kleinen Stufen lassen, damit sich durch das austretende Haselnussöl eine schmierige Paste bildet. Habt ihr nur ein zerhäckseltes Pulver, sind die Nüsse noch nicht fertig gemahlen.
  4. Alle weiteren Zutaten zugeben und miteinander mixen.
  5. Schoko-Nuss-Creme in Gläser mit Deckel füllen und im Kühlschrank aufbewahren. 1 Monat haltbar

 

Natürlich sind die Angaben auf meinen Geschmack abgestimmt. Du kannst mit Kakao-, Zucker- und Nussanteil spielen, bis es dir schmeckt. Beim Zuckerersatzstoffeinsatz empfehle ich die Puderzuckervariante, da sonst die Creme zu kristalin ist und das stört mich doch sehr.

 

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Viel Spaß beim Zubereiten und lass es dir schmecken

Dein Jens

 

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Jens

Jens

2 Comments

  1. 11. Januar 2018 at 09:46 — Antworten

    Tausend Dank für das Rezept!! Ich selbst bin kein großer Nutella-Fan (jetzt werde ich bestimmt von vielen gesteinigt :D). Aber mein Mann liebt es und seit die Rezeptur umgestellt wurde sucht er nach Alternativen. Das meiste schmeckt ihm zu wenig süß oder zu „bio“… Jetzt sind wir bei selber machen angelangt und haben noch nicht das passende gefunden, denn so ziemlich jedes Rezept ist zuckerfrei und ganz darauf verzichten kann/will er partout nicht 😀
    Eine Frage: Meinst du es klappt auch mit Xylit in Puderform?

    Dein Rezept muss direkt gespeichert und nächste Woche ausprobiert werden! Vielen Dank!!!

    Liebe Grüße
    Kathy

    • 11. Januar 2018 at 10:35 — Antworten

      Hallo Kathy,
      ich sage mal so…die Veränderung in der Rezeptur beim Magermilchpulver in so geringen Mengen wird man auf einem Frühststücksbrot nicht spüren. Da bin ich mir sicher. Ich denke es sollte eher darum gehen, dass eine Nuss-Schoko-Creme zu über 50 % aus Zucker besteht und das ist schon ordentlich.
      Ja, mit Xylit Puderzucker funktioniert das genauso. Du musst bei der Zubereitung eh mal schauen, wie es euch schmeckt und gegebenenfalls mehr oder weniger Xylit benutzen. Das ist ja das schöne am „Selbstmachen“ – man kann den Geschmack so hindrehen, dass es für einen passt.

      Liebe Grüße
      Jens

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